Liederabend mit Rezitation (als PDF)

Jacek Strauch: Bariton
Catalina Butcaru: Klavier
Christian Döring: Rezitator/Schauspieler.

Die Schöne Magelone, Johannes Brahms, Opus 33.

Dieser, für Brahms ungewöhnlich opernhaft anmutende Liederzyklus, entstand zwischen 1861 und 1869 auf Anregung des bekannten Sängers, Pädagogen und Musikologen Julius Stockhausen, dem er auch gewidmet ist. Der Stoff war dem enthusiastischen Leser Brahms seit seiner frühen Jugend bekannt und zählte zu den populärsten frühneuzeitlichen Volksbüchern.

Die von Brahms vertonten Verse stammen aus Ludwig Tiecks „Wundersame Liebesgeschichte der Schönen Magelone“, einer Prosa Erzählung mit 18 Gedichten. 15 davon wurden vom Meister vertont. Ursprünglich wollte Brahms die Lieder alleine stehen lassen. Im Laufe der Aufführungen wurde dem Komponisten jedoch zunehmend klarer, dass die verschiedenen Seelenzustände, die in den Vertonungen so kongenial und Tiecks Sprachduktus so treu waren, letztendlich nur mit Zwischenlesungen der Prosaerzählungen verständlich sein könnten, weshalb sie Teil dieses Programmes sind.

Was bei den Liedern von Brahms, die mit Absicht als „Romanzen“ bezeichnet wurden, herausragt, ist eine unglaubliche Vielfalt und ein erstaunlicher Umfang des Ausdrucks. Man erlebt große Hoffnung, tiefste Trauer, Resignation, Ekstase, alles in wonniger Melodiösität zusammengefasst, wobei der Klavierstimme eine ungewöhnlich dynamisch-virtuose und detailiert-lyrische, nicht nur unterstützende Rolle zukommt, was zu einem sowohl musikalisch als auch rezitatorisch sehr spannenden  Abend beiträgt.

Text: Jacek Strauch