Night Music – Keine kleine Nachtmusik (als PDF)

Barbara Angermaier: Sopran
Johannes Dickbauer: Violine
Andreas Teufel: Klavier

Ausgewählte Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms und Benjamin Britten

Robert Schumann (1810-1856)
Nachtstücke op. 23 für Klavier

Steve Reich (*1936)
Violin Phase for for violin and pre-recorded tape or four violins

George Crumb (*1929)
Four nocturnes (Night Music II) for violin and piano

Igor Stravinsky (1882-1971)
Divertimento für Violine und Klavier

Die Nacht hat seit jeher die Künste beflügelt, so soll dieses Programm die Thematik der Nacht in der Klavier- bzw. Klavierkammermusik des 19. Und 20. Jahrhunderts zum Gegenstand haben. In einer Auswahl von Liedern der deutschen Romantik wird die Versinnbildlichung der Nacht mit der Vergänglichkeit und der bei v.a. bei Franz Schubert allgegenwärtigen Todessehnsucht deutlich. Der skurril schaurigen Seite der Nacht, in der den weltlichen Genüssen gefrönt wird, und Hexen und Gespenster ihr Unwesen treiben, wird in dem Liederreigen ebenso Rechnung getragen.
Einer fantastischen, ja sogar morbiden Klangwelt, gehören auch die Schummann’schen Nachtstücke an – vielleicht an die gleichnamige schaurig schöne Geschichtensammlung ETA Hoffmanns zumindest angelehnt. Sein ursprüngliches Vorhaben, den
Zyklus mit „Leichenfantasie“ zu übertiteln und den Stücken die Namen – Trauerzug, Kuriose Gesellschaft, Nächtliches Gelage und Rundgesang mit Solostimmen – zu geben, wurde ihm von seiner Frau Clara ausgeredet, um das Werk nicht allzu düster erscheinen zu lassen und somit besser vermarkten zu können.
Der zweite Teil des Programms ist Musik aus dem 20. Jahrhundert gewidmet und beschwört zunächst mit Steve Reichs Violin Phase einen minimali stischen Klangrausch, aufgeführt mit Solovioline und elektronischen Loops. George Crumbs Nachtmusik versucht nun die Stimmen der nächtlichen Natur einzufangen – die Behandlung der beiden Instrumente geht dabei weit über die klassischen Spieltechniken hinaus, und die Instrumente werden in ihrer Gesamtheit als Klangerzeuger eingesetzt und entführen in faszinierende ungewohnte Klangwelten: der Pianist muss zeitweilig sogar mit Paukenschlägeln zu Werke gehen. Stravinsky bedient sich schließlich der Form des klassischen Divertimentos, einer typischen musikalischen Abenduntermalung des 18. Jahrhunderts, und entlässt uns bisweilen ausgelassen und tänzerisch bisweilen spukhaft grotesk in die angebrochene Nacht…

bevorzugtes Ambiente: Konzertbeginn zu späterer
Stunde, Kerzenlicht.